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10.03.2010 | Du bist hier: Startseite :: Europapokal :: 1976/77 :: 

Europapokal der Pokalsieger 1976 / 1977


1.Runde
Hinspiel: HSV - FIB Keflavik 3-0
Rückspiel: FIB Keflavik - HSV 1-1
Achtelfinale
Hinspiel: HSV - Hearts of Midlothian 4-2
Rückspiel: Hearts of Midlothian - HSV 1-4
Viertelfinale
Hinspiel: MTK Budapest - HSV 1-1
Rückspiel: HSV - MTK Budapest 4-1
Halbfinale
Hinspiel: Atletico Madrid - HSV 3-1
Rückspiel: HSV - Atletico Madrid 3-0
Finale Amsterdam
11.05.1977 HSV - RSC Anderlecht 2-0


Das 1-0 durch Volkert per Elfmeter!


Das 2-0 durch Magath kurz vor Schluss.

Endspiel HSV - RSC Anderlecht am 11.05.1977 in Amsterdam vor 65.000 Zuschauern.

Tore:
1-0 Georg Volkert (80.Minute, Elfmeter)
2-0 Felix Magath (90.Minute)

Aufstellung:
HSV: Kargus - Kaltz, Ripp, Nogly, Hidien - Memering, Magath, Steffenhagen - Reimann, Keller, Volkert
Trainer: Kuno Klötzer

Anderlecht: Ruiter - van Binst, Broos, van den Daele, Thissen - van der Elst, Haan, Dockx, Coeck - Ressel, Rensenbrinck


Die Eintrittskarte vom Finale.


Der Brasilien-"Trick" des Dr.Peter Krohn

Ein Mann, ein Name, ein Reizwort: Dr. Peter Krohn. Ein Macher von eigenen Gnaden. Gefeiert, gefeuert und fast vergessen. Und dabei wollten alle die, die seinen Namen heute am liebsten aus den HSV-Annalen streichen würden, ihn unbedingt haben. Als Seligmacher im Namen der Buchstaben HSV.

Zum Beispiel Ex-Präsident Dr. Horst Barrelet, der im November 1973 feststellte: "Es wäre ein sehr guter Griff, wenn Dr. Peter Krohn zum Präsidenten gewählt würde." Oder Ex-Nationalspieler Willi Schulz im gleichen Monat: "Ich persönlich wünsche Herrn Dr. Krohn für die Wahl und damit auch gleichzeitig für den HSV alles Gute, viel Glück und möglichst viele Stimmen." Ihr Wunsch wurde erhört: Mit fast 80 Prozent der Stimmen wurde der Diplom-Kaufmann, Chef-Redakteur und Verlagsmanager am 26. November 1973 im Curio-Haus an der Rothenbaumchaussee zum neuen HSV-Präsidenten gewählt. Wobei ein Zitat den rund 500 anwesenden Mitgliedern die Gänsehaut über die sportlich und finanziell gebeutelte Seele jagte: "Ich führe den HSV an Europas Spitze", versprach Dr. Peter Krohn.

Vielleicht haben ihm das ja seine Vorgänger und Nachfolger nie verziehen: Krohn machte sein Versprechen wahr. Mit der größten Werbekampagne, die es je in einem Bundesliga-Klub gegeben hat, mit der verrücktesten Einkaufspolitik (Felix Magath kannte er nur aus TV-Ausschnitten der "Sportschau") und mit der Vorliebe für den brasilianischen Fußball. Aber die wiederum kann durch die krohnsche Einkaufspolitik entstanden sein, die dem HSV 1977 plötzlich vier Klassessürmer bescherte. Ihre Namen: Steffenhagen, Keller, Reimann und Volkert.
Doch nach dem Fußball-Einmaleins jener Jahre war aus diesem Quartett immer einer, wenn nicht gar ein zweiter zu viel an Bord. Man spielte höchstens mit drei Spitzen, ganz fortschrittliche Trainer experimentierten schon mit nur zwei Stürmern. Da besann Krohn sich auf das berühmte 4-2-4-System der Brasilianer, mit dem die Pele & Co. 1958 so überzeugend Weltmeister geworden waren. Das erste Versuchskaninchen hieß Atletico Madrid. Nach einer 1:3-Niederlage in Spanien schickte Trainer Kuno Klötzer seine vier Stürmer ins Halbfinal-Rennen. Krohn: "Das hätte er man mal früher machen sollen, dann wären wir schon Deutscher Meister."

Die "Brasilianer" im HSVTrikot schockten die Fachwelt und Atletico: Innerhalb von acht Minuten wurde aus dem 0:0 ein 3:0 - der HSV stand zum zweiten Mal im Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger. Der "Karajan von der Elbe" dirigierte den HSV zu seinem größten Vereinserfolg - mit einem Kulissengeschiebe ohnegleichen. Mit Frauen, Bräuten und den Angestellten der Geschäftsstelle ließ Krohn seine Crew gen Amsterdam jetten. Im VIP-Raum des Flughafens Schiphol gab er eine internationale Pressekonferenz und legte die Siegprämie auf 15 000 Mark fest. Gleichzeitig wurde noch einmal ein Krach um die Mannschaftsaufstellung inszeniert.

Und am 11. Mai 1977 passierte es dann wirklich: Nach Toren von Volkert und Magath konnten die 20 000 Hamburger Fans unter den 65 000 den bisher einzigen Europacup-Sieg des HSV (gegen den RSC Anderlecht) feiern. Aber in der Stunde seines größten Triumphes stand Krohn abseits. Die Spieler trugen ihren Trainer Kuno Klötzer vom Platz. Er war die Seele des Erfolgs. Krohn hatte ihn "nur" gemacht. Klötzer auf den Schultern der Spieler - eine Geste, mit der der Abstieg des Dr. Peter Krohn auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn begann...

erschienen in der Hamburger Morgenpost 18.05.1983

Alle Infos zur aktuellen Saison 2009/10 
 
Deutscher Meister 
1922 : 1923 : 1928 : 1960
1979 : 1982 : 1983 
Deutscher Pokalsieger 
1963 : 1976 : 1987 
Europapokal 
Landesmeister 1983 : Pokalsieger 1977 





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